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Bukarest – Ein Trip voller Kontraste

Aktualisiert: 15. Jan.



Bukarest zeigte uns seine Kontrastseiten, Transsilvanien seine märchenhafte Dramatik und wir?

Wir ließen uns einfach treiben – vom plötzlichen verspäteten Flugstart über „leave inside your luggage“-Schmäh bis hin zu Schloss-Schockmomenten und warmherzigen Begegnungen, die uns zum Lächeln brachten, selbst wenn der Himmel einmal mehr in Dauerniesel-Modus war.

 

Anreise: Finsterer Start, Koffer-Leben & Mozartkugel-Glück

Unser Mädelstrip begann, wie man es sich für ein verlängertes Wochenende eigentlich nicht wünscht: um 05:00 Uhr morgens, finster, kalt, mit Augenringen, die bereits ihren eigenen Schatten warfen.


Am Wiener Flughafen erwartete mich dann meine erste Reise mit den neuen Sicherheitskontrollen – ganz ohne Flüssigkeiten herausnehmen, ohne Laptop-Gefummel. Stattdessen rief das Personal im Dauertakt: „Leave inside your luggage!“

Nur… das leave klang wie live.

Und so entstand unser erster Schmäh des Trips: „Bitte live inside your luggage!“ – Das wollen wir aber definitiv nicht. ;)


Am Gate lief zunächst alles wie geplant – bis 15 Minuten vor Abflug im Gangbereich zum Flieger die Durchsage kam: „Problem in der Crew, wir müssen sie austauschen.“


Kaum im Flieger, hieß es dann: „Der Flieger war vorher verspätet angekommen.“

Wir sahen uns an und mussten lachen: Zwei völlig unterschiedliche Versionen – liebe Crew, vielleicht einmal abstimmen? Wir sind geduldig, aber wir lieben Konsistenz.


Zwischen Chaos und Verwirrung gab es jedoch kleine Glücksmomente: Wasser und Mozartkugeln in der Luft. Meine Freundin strahlte wie ein kleines Kind – manchmal braucht es wirklich nur eine Kugel Schokolade, um das Herz zu wärmen.

 

Eine Stunde für 20 Kilometer – willkommen in Bukarest

Nach der Landung begann das nächste Abenteuer: das bestellte Uber finden. Wir irrten gefühlt ewig über den Parkplatz des Flughafens, bis wir unser Taxi schließlich ausfindig machten.


Die Fahrt in die Stadt? Definitiv kein Sprint. Über die nachgemachte Champs-Élysées aus Paris schlängelten wir uns 20 Kilometer lang – eine Stunde für 20 Kilometer! Stau, Schritttempo, endlose Kreisverkehre… Einmal als Auto stehen geblieben, schon war der Kampf verloren. Zum Glück mussten wir nicht selbst fahren, sondern konnten uns entspannt chauffieren lassen – und unsere Augen bestaunten das Verkehrschaos.



Die Unterkunft selbst war dagegen ein Traum: modern, großzügig und hell. Meine Freundin ließ sich gleich aufs Bett fallen – und entdeckte sofort den großen Mangel: „Keine Deko, keine Bilder!“

Recht hatte sie.

Ich hingegen machte mich auf die Suche nach unserem Safe, der das Highlight des Zimmers darstellte – tragbar, nicht montiert.

Sicher? Wohl eher nicht.

Aber theoretisch hätten wir ihn auf einen Spaziergang mitnehmen können – Safe-to-go quasi! ;)


Altstadt-Entdeckungen zwischen Reliquien und Bier

Nach einer kurzen Pause im Zimmer zog es uns direkt in die Stadt – und unser erstes Highlight war, wie immer, ein Supermarkt. Für uns quasi eine Sehenswürdigkeit: Es ist einfach spannend zu sehen, welche Snacks, Getränke oder kleinen Kuriositäten es bei uns nicht gibt. Mit einer kleinen Ausbeute an Getränken und Snacks im Gepäck machten wir uns auf den Weg Richtung Altstadt.



Das erste richtige Highlight war die Saint George Church. Schon von außen staunten wir über die Menschenmassen, die vor der Kirche standen – und erst, wenn man hineingegangen wäre, hätte man über eine Stunde anstehen müssen. Wir informierten uns und wurden schlau: Anfang Dezember war ein Relikt der Heiligen Paraskevi aus Rom hierher gebracht worden, ein wichtiges orthodoxes Reliquiar, das traditionell viele Gläubige anzieht. Plötzlich machte es Sinn, warum die Kirche so überfüllt war – und wir waren beeindruckt, wie Geschichte und Glauben hier zusammenkamen.


Weiter ging es zur Lupa Capitolina, die wir uns definitiv größer vorgestellt hatten. Danach führte uns unser Weg zur Carturesti Carusel, einer Buchhandlung, die selbst Nicht-Leser ins Staunen versetzt: ein wunderschönes, mehrstöckiges Gebäude voller Bücher, Licht und liebevoller Details – einfach perfekt zum Anschauen, Fotografieren und Staunen.



Von dort ging es weiter zur Nationalbank Rumäniens und zum Universitätsplatz, wo ein kleiner Weihnachtsmarkt lockte. Natürlich durfte auch das obligatorische Foto vom Schriftzug „București“ nicht fehlen. Auch eine kleine Runde auf einem Weihnachtskarussell durfte auf diesem Platz natürlich nicht fehlen. Schließlich sagt man ja, man soll die Kindheit nie verlieren. ;)

Danach schlenderten wir durch die Macca-Vilacrosse Passage, wo jedes Lokal so einladend wirkte.



Schließlich erreichten wir den CEC-Palast, ein beeindruckendes, riesiges Gebäude, bevor wir uns für das Caru’ cu Bere entschieden – ein legendäres Brauhaus, das vor Menschen nur so platzte. Unfassbar, wie viele Besucher sich gleichzeitig drängten, lachten und aßen – bei uns undenkbar! Aber es war großartig, das typische rumänische Essen inmitten einer Atmosphäre voller Leben und rumänischer Live-Musik zu genießen.



Nach rund drei Stunden und einem übervollen Magen machten wir uns zurück zur Unterkunft – erschöpft, aber glücklich – und fielen sofort ins Bett. Ein Tag voller Eindrücke, Geschichten und kulinarischer Abenteuer, der perfekt zeigte, wie lebendig Bukarest sein kann.

 

Kultureller Spaziergang & Frühstücksfreuden

Am nächsten Morgen starteten wir unseren Tag mit einem kleinen Streifzug durch Bukarests Kulturhighlights. Das Nationaltheater beeindruckte mit seiner prächtigen Fassade, während die Regenschirm-Gasse mit bunten Schirmen über Kopf sofort für gute Laune sorgte. Am Memorial of Rebirth spürten wir einen Hauch Geschichte und Nachdenklichkeit, der Königspalast ließ uns in die royale Vergangenheit eintauchen, und das Rumänische Athenäum, ein prachtvolles Konzerthaus, strahlte klassische Eleganz aus.



Unser Ziel war jedoch ein charmantes Frühstückslokal, das trotz der Menschenmenge wartete, um uns willkommen zu heißen. Bestellt wurde am Tisch über die Website und zu unserer Überraschung standen die bestellten pikante Waffeln und Eggs Benedict innerhalb von zehn Minuten auf dem Tisch – schneller als die Getränke! Die Speisen waren liebevoll angerichtet und geschmacklich ein Traum, nur leider nicht mehr ganz heiß. Auch die Getränke überzeugten optisch und geschmacklich, und das Lokal selbst war so instagramtauglich, dass wir am liebsten den ganzen Vormittag fotografiert hätten. Ein perfekter Mix aus Kultur, Genuss und ästhetischem Augenschmaus!

 


Spaziergang durch Geschichte und Weihnachtszauber

Nach unserem ausgiebigen Frühstück zog es uns weiter – Mittagsschläfchen? Fehlanzeige!


Stattdessen erkundeten wir den Cretulescu Palace, spazierten durch den idyllischen Cismigiu Park, bestaunten das imposante Rathaus von Bukarest und erreichten schließlich die Nationalkathedrale von Rumänien. Leider war sie geschlossen, doch allein die Größe und die Architektur des Gebäudes ließen erahnen, wie beeindruckend das Innere wohl sein muss – ein Symbol der rumänischen Geschichte und Spiritualität.



Schon von weitem konnten wir das Parlamentsgebäude, das als das schwerste Gebäude der Welt gilt, erblicken. Ein beeindruckender Koloss aus Beton und Geschichte, der allein durch seine schiere Größe und Präsenz Ehrfurcht einflößt.



Direkt davor erstreckte sich ein riesiger Weihnachtsmarkt: sauber, geordnet, einladend und charmant dekoriert, wenngleich stark fleischlastig – ein festlicher Kontrast zwischen Tradition und moderner Stadtgestaltung.



Überall in Bukarest funkelten Weihnachtslichter und Dekorationen, harmonisch und stilvoll arrangiert, sodass die gesamte Stadt wie eine kleine, lebendige Festtagskulisse wirkte – ohne kitschig zu sein, einfach wunderschön anzuschauen.

 

Vom Van Gogh ins Unirea

Als es am Weihnachtsmarkt zu regnen begann, entschieden wir uns, ins Van Gogh Café zu flüchten. Ein kleines, künstlerisch gestaltetes Café, das innen wie ein kleines Museum wirkte – die Wände voller Bilder, das Licht warm und gemütlich. Wir gönnten uns ein heißes Getränk, das uns innerlich wieder aufwärmte, während wir das leicht chaotische Servicepersonal belächelten. Nicht perfekt, aber irgendwie charmant.



Nachdem der Regen nachließ, spazierten wir weiter zu den Fontänen von Bukarest, die sich leider als Baustelle entpuppten. Dafür entdeckten wir den Roshen-Shop, ein riesiger Süßigkeitenladen, in dem die Hölle los war – Schokolade, Pralinen und Naschereien soweit das Auge reichte. Von dort aus erblickten wir die Patriarchal Cathedral, ein beeindruckendes orthodoxes Gotteshaus mit prächtiger Fassade und goldenen Kuppeln, das Ruhe und Erhabenheit ausstrahlte – nur ein kurzes Fotostoppchen, denn die Menschenmengen waren auch hier enorm.


Anschließend wollten wir das Unirea Shopping Center erkunden, doch leider wurde dies zum absoluten Reinfall: leere Läden, WCs, die aussahen wie aus dem 18. Jahrhundert, und Decken, die beim Hinaufschauen Schwindelgefühle erzeugten. Einzig der McDonald’s hielt das Center irgendwie am Leben – und selbst dort war es erstaunlich voll.


Glücklich über das Ende unseres Shopping-Albtraums kehrten wir zu einer kleinen Pizzeria in der Nähe unserer Unterkunft zurück, die uns schon am Vortag aufgefallen war. Klein, lieblich eingerichtet und gemütlich, genossen wir eine wunderbare Pizza, die den Tag perfekt abrundete.

 

Transsilvanien: Chaos, Schlösser und Weihnachtswahnsinn

Am dritten Tag führte uns unser Abenteuer nach Transsilvanien – genauer gesagt auf eine organisierte Busreise, die um 09:00 starten sollte. Los ging es dann… kurz vor 09:30, weil einige Teilnehmer den richtigen Treffpunkt nicht fanden. (PS: wir standen und warteten auch einmal kurz bei einem falschen Plätzchen)


Kaum saßen wir im Bus, musste der Fahrer auch schon zu einer Tankstelle fahren um den Bus zu tanken – ein gelungener Start, könnte man sagen. Die Reisebegleitung schien vom ersten Moment an überfordert zu sein: Ihre Stimme war alles andere als angenehm, und ihre Erzählungen sprangen fröhlich von einem Wirrwarr zum nächsten, gerade so, als hätte sie eine Route durch ein Labyrinth der Unklarheiten geplant.


Nach über zwei Stunden über holprige, vielbefahrene Straßen Richtung Schloss Peleș ertönte plötzlich auf jedem einzelnen Handy eine laute Sicherheitswarnung.

Panik? Ein kurzer Moment, ja.

Alle starrten auf ihre Bildschirme, das Murmeln im Bus schwoll an. Droht Krieg? Ist etwas Schlimmes passiert? Nein, nur ein Hinweis, dass das Wasser in dieser Gegend aufgrund von Überschwemmungen verseucht sei. Na, gottseidank nur das.


Am Schloss angekommen, war sofort klar: gottseidank haben wir aufgrund von Menschenmassen keine Tickets für innen gekauft. Die Gärten fehlten irgendwie, wahrscheinlich winterbedingt, aber das Schloss selbst beeindruckte durch eine Mischung verschiedener Baustile: Neorenaissance trifft auf gotische Elemente und einen Hauch von Barock-kein Wunder, dass es als eines der bekanntesten Schlösser Rumäniens gilt.



Und die Menschenmassen… einfach verrückt. Eine halbe Stunde Wartezeit nur für den Einlass, bei uns in Österreich findet man bei Burgen oft höchstens ein paar Spaziergänger – hier drängte sich die Touristenmenge wie ein lebendes Meer um das Gebäude.


Weiter ging es dann zum Schloss Bran, besser bekannt als Dracula-Schloss. Dieses Mal wagten wir den Blick ins Innere – und wurden erneut schockiert: Menschen wohin man sah, Warteschlangen wie Schlangenlinien auf einem Labyrinth, und beim Verlassen war die Schlange gefühlt dreimal so lang wie zuvor. Wir standen nur da und dachten: „Oh mein Gott, wie viele Menschen müssen hier wohl an zum Beispiel sommerlichen Tagen sein?“



Den Abschluss unserer Busreise bildete die Stadt Brașov. Die Stadt Brașov, eingebettet zwischen malerischen Bergen und mit Kopfsteinpflasterstraßen, die direkt aus einem Märchen zu stammen scheinen. Die Altstadt mit ihrem berühmten Schwarzen Turm und der charmanten Council Square wirkte wie ein lebendiges Freilichtmuseum. Und erneut: ein Weihnachtsmarkt, der vor Menschen nur so pulsierte, funkelnde Lichter, duftende Stände und überall fröhliches Stimmengewirr – hier trafen Einheimische und Touristen aufeinander, und die ganze Stadt strahlte diesen typischen, warmherzigen Weihnachtszauber aus. Wir liefen durch die verwinkelten Gassen, bestaunten die bunten Häuserfassaden und fühlten uns wie in einem lebendigen Wintermärchen, trotz des leichten Chaos rundherum.



Erschöpft, aber glücklich, ging es danach zurück nach Bukarest. Die chaotische Busfahrt, die uns anfangs etwas nervös gemacht hatte, zauberte uns am Ende nur ein müdes Lächeln aufs Gesicht – Abenteuer pur, Transsilvanien-Style.

 

Letzter Tag in Bukarest: Kulinarik, Kaffee und Kontraste

Am letzten Tag schlenderten wir noch einmal durch die Altstadt von Bukarest zu einem Foodspot zum Frühstück. Alles war unglaublich schön angerichtet – sowohl das Lokal selbst als auch das Essen. Geschmacklich ein Traum, nur leider kam das Essen diesmal wieder schneller als die Getränke auf den Tisch. Pikant, lecker, aber kalt.



Was uns besonders auffiel: jedes einzelne Lokal war einladend, charmant eingerichtet und liebevoll dekoriert. Egal ob Frühstück, Kaffee oder Latte Art – überall fühlte man sich willkommen und gut aufgehoben. Das Englisch der Rumänen ist dabei wirklich bezaubernd; die Aussprache so sanft und klar, dass wir uns fragten, warum man das in anderen Ländern auch nicht öfter hört.


Leider spielte das Wetter nicht mit: Kein einziger Sonnenstrahl, fast durchgehend Nieselregen. Trotzdem zeigte uns Bukarest eine unglaubliche Kontrastseite: Wie modern auf uralt trifft, wie Bruchbuden neben hochmodernen Gebäuden stehen und wie die Stadt gleichzeitig charmant und rau zugleich wirken kann. Ein letzter, intensiver Eindruck, der uns so schnell nicht mehr loslassen wird.


Ich hatte vorher auch gedacht, die Stadt sei deutlich dreckiger, doch dem war nicht so. Die Straßen waren sauber, man sah zwar immer wieder auf leerstehenden Grundstücken Müll, aber das war es auch schon – alles in allem wirkte die Stadt gepflegt und ordentlich.

 


Fazit

Wenn ich an dieses Wochenende zurückdenke, sehe ich kein Postkartenwetter und keinen reibungslosen Ablauf – aber ich sehe uns: lachend, frierend, staunend, müde und voller kleiner Momente, die diesen Trip so besonders gemacht haben.


Bukarest hat uns eine echte, unverfälschte Seite gezeigt: eine Stadt voller Gegensätze – modern und bröckelnd, laut und herzlich, chaotisch und liebevoll zugleich. Und gerade diese Mischung hat uns jeden Tag aufs Neue überrascht.


Wir haben geschlemmt, obwohl das Essen selten warm war. Wir haben gelacht, auch wenn die Stadt im Dauerregen glänzte. Wir haben gestaunt, während Menschenmassen uns gefühlt überall begleiteten.


Am Ende bleibt nicht der Nieselregen in Erinnerung, sondern das warme Gefühl, diese Reise gemeinsam erlebt zu haben – voller kleiner Geschichten, die uns noch lange schmunzeln lassen werden.

 

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